Rasenmäher: Geschnitten und nicht gezupft
Im März ist der metrologische Frühlingsanfang. Mit den steigenden Temperaturen erwacht auch die Natur aus ihrem Winterschlaf, die Zeit der Gartenarbeit beginnt. Im Fokus vieler Kleingärtner steht die gepflegte Grünwiese. Ein einheitlich geschnittener Rasen im gepflegten Look ist der Hingucker vieler Gärten. Doch, welcher Rasenmäher sorgt für ein gleichmäßiges Schnittbild und lässt sich komfortabel bedienen? Die Stiftung Warentest ist dieser Frage auf den Grund gegangen. Passend zum Frühlingserwachen wurden 13 Elektro-Sichelmäher und vier Spindel-Handmäher in unterschiedlicher Ausführung und Preisklasse auf Herz und Nieren getestet. Das Resultat der Warentester kann sich sehen lassen: Neun Mal "Gut", nur ein Produkt aus dem Discounter ist "Mangelhaft".
Handmäher für das kleine Grün
Handmäher ohne Antrieb eignen sich für kleine Grasflächen hintern Haus oder ohne Steckdose in der Nähe. Im Test wurden vier Produkte geprüft, die sich durch hohes, trockenes und nasses Gras arbeiteten, mussten. Bei gleichen Bedingungen schnitt der Gardena 380, der Kaufpreis liegt bei knapp 109 Euro, am besten ab. Das Gerät hatte selbst mit höherem Gras kein Problem, ist sehr leichtgängig und liefert ein gutes Schnittbild. Der AL-KO comfort für 60 Euro sowie der Wolf-Garten TC 38 S (100 Euro) zeigten ein mittelmäßiges Mähergebnis, das Rasenmähen ist zudem sehr kraft- und zeitaufwendig.
Rasenmäher für große Flächen
Elektrische Handrasenmäher können bei größeren Rasenflächen eingesetzt werden, dank des Auffangkorbs kann das Mähgut bequem entfernt werden. Von den dreizehn Sichelmähern verdienten sich gleich sieben Modelle das Qualitätsurteil "Gut", als Kunde hat man da die Qual der Wahl. Unterschiede gibt es im Preis, der Testsieger 36-EL SA 752 von Sabo ist mit 400 Euro auch das teuerste Produkt unter den Elektromähern. Teurer ist lediglich der Wolf-Garten Akkumäher Hybrid Power 37 mit integriertem Akku: 800 Euro verlangt der Hersteller.
Leichtgängige Schwergewichte: Sichelmäher
Dank Rädern mit Kugellagern ist der Testsieger von Sabo in puncto Handhabung unerreicht gut, trotz eines Gewichts von über 20 Kilogramm. Der beste "gute" Mäher von Wolf, der 2.34 E, wiegt fast nur die Hälfte, ist aber schwerer zu reinigen und zu warten. Als gute Alternative entpuppt sich der zweitplatzierte Sichelmäher, der Gardena 38 E easyMove. Mit 250 Euro günstiger als der Testsieger, den Rütteltest hat der wie fast alle Mäher bestanden. Die Handhabung der Handmäher ohne Antrieb war durchweg gut.
Billige Rasenmäher? Keine gute Wahl!
Die größte Enttäuschung im Test lieferte das billigste Gerät ab, der O.K. 32-90 E vom Discounter Rewe. Die Handhabung ist leider nur ausreichend. Die Schnitthöhe muss umständlich verstellt werden, die Räder fielen im Rütteltest ständig ab. Das Mähergebnis war sogar nur mangelhaft. Enttäuschend auch das Abschneiden der Produkte von Bosch, die negativ durch gebrochene Halterungen der Hinterachsen auffielen. Der Hersteller hat allerdings reagiert und bereits Nachbesserungen versprochen.
Akkumäher ohne große Kapazität
Drei Mäher mit integriertem Akku prüfte die Stiftung Warentest, die vorderen Plätze konnten sie nicht belegen. Zwar werden mittlerweile neuartige Akkus mit Lithium-Ionen eingesetzt, es mangelt den Produkten dennoch an Leistung. Mit hohem und nassem Gras kommen sie nur schwer zurecht. Dürftig ist die Ladezeit der Akkumulatoren, die in einem Fall über sieben Stunden betrug. Zügig lädt sich der Akku des Bosch Rotak 37, nur eine Stunde ist dafür nötig. Die Preise für Akku-Mäher liegen deutlich über dem Preis von Elektromähern, eine Kaufempfehlung kann aufgrund gleicher Mähergebnisse nicht erteilt werden.
Test Rasenmäher 2011 - Fazit
Für einen Elektromäher sollte man nicht weniger als 100 Euro ausgeben. Wer viel Wert auf Qualität legt und mit wenigen Zeit- und Arbeitsaufwand das eigene Grün kürzen möchte, ist mit Mähern ab etwa 150 Euro gut bedient. Empfehlenswert ist der Gardena easyMove, für kleinere Geldbeutel auch der Uniropa.
Handmäher ohne Antrieb sind für kleinere Grasflächen völlig ausreichend, Akkumäher hingegen können es noch nicht mit ihren kabelgebundenen Mitstreitern aufnehmen. Zu teuer und umständlich in der Handhabung sind sie noch.









